Mahnwache: Solidarität mit den Frauen im Iran

Mahnwache für Frauen im Iran

Sie wurde 22 Jahre alt. Jina Amini, die ihren kurdischen Vornamen nicht behalten durfte und sich Masha nennen musste. Eine junge Frau, die am 16. September zu Besuch in der iranische Hauptstadt Teheran war. Einige unter dem Schleier sichtbare Haarsträhnen wurde ihr zum Verhängnis. Die „Sittenpolizei“ nahm sie in Haft, da sie angeblich ihr Kopftuch nicht richtig getragen hatte. Sie musste dafür mit ihrem Leben bezahlen, berichtet Beate Stammwitz. Zusammen mit Mechthild Tammena hat sie die Mahnwache „Solidarität mit den Frauen im Iran“ durchgeführt, zu der gut fünfzig Teilnehmer*innen, darunter viele Kurd*innen, gekommen waren.
Die Journalistin Canan Topçu hatte zur Mahnwache ein Statement verfasst, welches Mechthild Tammena vortrug. Sie schrieb: Das Recht, Religion nach den jeweiligen Geboten zu praktizieren, ist ein hohes Gut. Wenn aber Frauen gezwungen werden, sich Kleidervorschriften zu unterwerfen, wenn ihnen vorgeschrieben wird, ihr Haar zu verhüllen, dann dürfen und sollten wir dazu Stellung beziehen. Wir sollten uns ernsthaft mit dieser Verhüllungsvorschrift, die auf eine Koransure zurückgeht, befassen und sie entlarven – als eine überflüssige Vorschrift, über deren Einhaltung patriarchale Machthaber wachen. Canan Topçu machte in ihrem Statement deutlich, dass die Unterdrückung der Frauen religiös begründet ist.
Mechthild Tammena hob in ihrem Schlusswort hervor, dass unser Ziel sein muss, dass jede/r ein Anrecht auf ein selbstbestimmtes Leben ohne Gewalt in jedem Land der Erde haben muss. Daran müssen wir arbeiten und uns überflüssiger Gesetze bzw. Vorschriften entledigen.