Trinkwassergewinnung und Klimawandel auf Borkum

Unter der Leitung des Stadtwerkedirektor Axel Held, Olaf Look und Frank Schönball besichtigten die Borkumer Grünen die Wasserwerke.

Das Positive vorneweg: Nach Aussage von Stadtwerkedirektor Axel Held steht der Insel zurzeit qualitativ hochwertiges eigenes Wasser in ausreichender Menge zur Verfügung, um die Versorgung der Insel zu gewährleisten. Bündnis 80/Die Grünen waren überrascht von der Größe der technischen Anlagen, in einem absolut gepflegten Zustand mit den neu ausgestatteten Pumpen auf dem Wasserwerk Ostland.

Im Hauptsitz der Stadtwerke informierten uns die drei Mitarbeiter umfassend über die Gesamtsituation der Wasserversorgung auf der Insel, der Wassergewinnung und der Wasser-Linsengröße. Deutlich wurde allen Teilnehmern, in welcher großen Abhängigkeit die Wasserversorgung von den Niederschlagsmengen auf der Insel ist. Unstrittig ist, dass sich die Süßwasserlinse verkleinert, wenn mehr Wasser aus der Linse entnommen, als durch Regenwasser wieder aufgefüllt wird.

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Foto: Hermann Gansel

Von der Gesamtfläche Borkums mit 30,97 Km2 können lediglich ca. 3,2 km2 (10%) zur Süßwassergewinnung genutzt werden.
Der Jahresniederschlag auf Borkum beträgt im Durchschnitt ca. 850 mm/m2. Auf Grundlage der Niederschlagsmenge genehmigt die untere Wasserbehörde des Landkreises Leer, den Stadtwerken Borkum pro Jahr 1,4 Mio. m3 Wasser zu entnehmen. Sollte sich die Niederschlagsmenge auf 600 mm pro m2 reduzieren, schrumpft die erlaubte Entnahme auf 1,05 Mio. m3 Wasser. Zurzeit liegt die jährliche Entnahmemenge bei ca. 850.000 m3/Jahr so Stadtwerkedirektor Axel Held.

„Bei der Betrachtung der Zahlen und des Niederschlagsdiagramms,“ so Eldert Sleeboom, Grünes Stadtrat- und Kreistagsmitglied, „sehen wir die Gefahr einer möglichen Unterversorgung. Weltweit ist verstärkt zu beobachten, dass es immer häufiger zu Wetterextremen kommt. Wochenlange Trockenheit wechselt mit Starkregen und daraus resultierenden Überschwemmungen. Dazu kommt die Steigerung der Temperaturen, aufgrund des von uns Menschen gemachten Klimawandels.“
Auch Borkum bekommt die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren. Über einen Zeitraum von 10 Jahren zeigt die Kurve des Niederschlagsdiagramm kontinuierlich nach unten.

Das Diagramm zeigt die Niederschlagsmenge von 0,1713mm/m2 in der eigentlich Ertragsreichste Zeit vom 01. Januar bis zum 17.April. Anders ausgedrückt, 17L auf einem Quadratmeter in 97 Tagen.

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Damit wird deutlich, wie verantwortungsbewusst wir alle mit dem wichtigsten Lebensmittel und das nicht nur auf der Insel, umgehen müssen und alles daran setzen müssen unser Trinkwasser zu schützen und den Verbrauch nicht zu erhöhen.

Bündnis 90/Die Grünen sehen deshalb die Diskussion über eine Saisonverlängerung und Erhöhung der Besucherzahlen auf der Insel kritisch. Wichtig ist aus Sicht der Grünen, dass sich die Süßwasserlinse in den Monaten November bis April erholt und sich wieder auffüllen kann.
Dem Stadtrat von Borkum ist es durch die Überarbeitung aller Bebauungspläne gelungen den Bestand der Ferienwohnungen festzusetzen und darüber zu regulieren. Der weitere Ausbau von Gästebetten, im Hotelgewerbe mit Wellness und Schwimmbad führt zwangsläufig zu einer erhöhten Wasserentnahme aus der Süßwasserlinse der Insel.

Hermann Gansel Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen auf Borkum, „Wir fordern daher, den Stadtrat mit der Verwaltung auf zukünftig auf eine verantwortungsbewusste, nachhaltige, naturerhaltende und ausgewogene urbane Planung für Borkum zu setzen.“ „Mehr ist nicht immer automatisch mehr und oftmals nicht nur mit Mehrkosten, sondern auch mit Einschränkungen z.B. bei der Trinkwasserversorgung verbunden“, so der Grüne Eldert Sleeboom abschließend.

Hermann Gansel & Eldert Sleeboom

Quellen:

Klimadaten, https://www.wetterkontor.de
Stadtwerke Borkum, https://stadtwerke-borkum.de/wasser/